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Mit den Landwirten reden – unter diesem Motto hatte der CDU Ortsverband am vergangenen
Montag den neu gewählten Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Alexander Bruns in den Obsthof
von Dieter Mainberger, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Tettnang, geladen. Auf einer
Fahrt mit dem Erntewagen durch seine Obstplantagen schilderte der Landwirtzwischen Apfel
und Kirschbäumen Arbeitsalltag und Sorgen heimischer Obstbauern unterstützt von 15
Kollegen.
„Unsere Familienbetriebe sind unter Druck, die Jungen geben auf“, mahnte er zu Beginn. So
seien von den 140 landwirtschaftlichen Betrieben im Kressbronn aus den 70er Jahren heute
noch 30 Vollerwerbsbetriebe übrig geblieben. „Wir sind einfach zu teuer“, meinte er im
Hinblick auf Konkurrenz aus dem Ausland.
Integrierter Pflanzenschutz, Hagelschutz, Versicherungen und hohe Löhne erschwerten den
Wettbewerb. Als ein Beispiel schilderte er vor einem Apfelbaum der Sorte „Gala“ die
kostenintensive Ausdünnung der Früchte. Eine Arbeitskraft brauche dafür etwa 100 Stunden
pro Hektar. Bei einem Stundenlohn von 15.- Euro seien dies bereits 1 500.-Euro, die man bei
einem durchschnittlichen Nettoertrag von 40 Cent pro Kilo erst wieder hereinarbeiten müsse.
Was passiert, wenn der Obstanbau stirbt? „Die Landschaft wir veröden“, meinte Uwe Osswald,
der mit einer Gastwirtschaft und einer Brennerei seine Landwirtschaft querfinanziert. Ihn
ärgert besonders eine geplante Erhöhung der Alkoholsteuer. Zwei Drittel der Brenner, so
vermutet er, müssten dann wohl aufgeben. Umso wichtiger seien Gespräche mit Politikern
vor Ort, denn anders als im Gemeinderat von Kressbronn seinen Landwirte im Land- und
Bundestag nur wenig vertreten. Nicht zuletzt spiele die Erhaltung unserer Kulturlandschaft
auch für den Tourismus eine bedeutende Rolle.
Anschließend diskutierten die Landwirte noch ausführlich in der Runde mit dem Politiker den
Erhalt von Familienbetrieben, Kulturlandschaft und regionalen Lebensmitteln – auch wenn die
Themen für viele nicht neu waren. Prof. Dr. Alexander Bruns notierte mit und versprach, alles
weiterzugeben, und bestätigte: „Der Erhalt unserer Kulturlandschaft und Obstbaubetriebe ist
essenziell für unsere Region“.